Landwirtschaft und Handwerk
Ackerbürgerstadt Bräunlingen
In der Ackerbürgerstadt Bräunlingen lebten die Menschen von der Landwirtschaft, die sie oft auch in Kombination mit einem Handwerk oder einem Gewerbe betrieben. Es waren in erster Linie Handwerke, die in engem Zusammenhang mit der Landwirtschaft standen, wie Schmiede, Wagnerei, Schreinerei, Zimmerei. Es gab hier viele Gasthäuser und drei Brauereien, daher war auch die Küferei wichtig.
In der Ökonomie des Kelnhofs sieht man neben Stall und Scheune verschiedene Werkstätten mit originaler Einrichtung, darunter eine komplette Schmiede mit einem durch eine Transmission betriebenen Hammer, der vom Museumspersonal zur Vorführung in Gang gesetzt werden kann.
Die Holzwerkstatt
In der Holzwerkstatt finden Sie drei Handwerksberufe, die in Bräunlingen ausgeübt wurden: Die Wagnerei, die Zimmerei, die Küferei. Die Ausstattung der Küferwerkstatt stammt vom letzten Bräunlinger Küfer, der seine Werkstatt in der Dögginger Straße hatte, Theodor Bernhard. Er verstarb 1984. Der Küfer (auch Böttcher/Schäffler) stellt Fässer vorwiegend aus Eichenholz für Most, Bier und Butter her, außerdem Eimer und Brühzuber für die Hausschlachtung. Der Wagner baut und repariert Räder für (Schub-)Karren, Kutschen, Leiterwagen fertigt aber auch Stiele für viele Handwerksgeräte, Schaufeln und Spaten. Die Zimmerer errichten vor allem die Dachstühle der aus Bruchstein gebauten Ackerbürgerhäuser sowie Unterstellschöpfe und Feldhütten in der Feldflur, früher auch Holzbrücken über Breg und Brändbach.
Die Schmiede
Die Ausstattung stammt von der Bräunlinger Schmiede Karl Winterhalter (bis 1963) und der Dögginger Schmiede Hermann Merk (bis 1974). In Bräunlingen wurden außerdem eine Schmiede von der Familie Blenkle (Kirchstraße 6) und der Familie Baumann (Sommergasse 40) betrieben. Sie ist ausgestattet mit einem durch eine Transmission betriebenen (Schwanz-)Hammer.
Die Schuhmacherwerkstatt
Die Ausstattung dieser detailgetreu eingerichteten Werkstatt stammt überwiegend aus Wolterdingen, wo „Schuh-Kaiser“ 1971 den Betrieb beendet hat. Betriebsgründer Albin Kaiser (1903-1971) startete als gelernter Schuhmacher mit Maßarbeiten und Reparaturen, stieg aber schon bald in den Handel ein und verkaufte Schuhe aus den Schuhfabriken in Schwenningen und Tuttlingen unter anderem an Bauarbeiter bei den Schluchseewerken aber auch auf Märkten. In Bräunlingen gab es früher zeitgleich mehrere Schuhmacherwerkstätten.
Der Landwirtschaft wird im Kelnhof-Museum schon von der Architektur her breiter Raum gewidmet: Die Hälfte des Hauses ist in ihrer Funktion als Ökonomieteil belassen. Die wichtigsten Gerätschaften zur Viehhaltung, zum Ackerbau und der Grünlandbewirtschaftung werden im Stall, in der Scheune oder dem neuzeitlichen Anbau hinter der Scheune präsentiert. Eine besondere Rolle fiel lange Zeit dem Leiterwagen zu, einem multifunktionalen, ebenso einfachen wie effektiven Gerät.





